Einen Pool bauen – Vorschriften, die Sie beachten müssen

Ist der Entschluss erst einmal gefasst, einen Pool zu bauen, wäre es den meisten angehenden Schwimmbad-Besitzern am liebsten, er wäre schon fertig. Doch ganz so schnell geht es doch nicht. Es sind nämlich einige Vorschriften zu beachten, wenn man einen Pool bauen möchte.

Baugenehmigung für den Pool: Wann ist sie erforderlich?

Zunächst sollten Sie überprüfen, ob Sie für Ihren Pool eine Baugenehmigung benötigen. Dies ist vor allem von der Größe des geplanten Pools abhängig. In den meisten Bundesländern sind Schwimmbecken bis zu einer Größe von 50 m³ bewilligungsfrei, oftmals sogar bis zu 100 m³. Dies bedeutet, dass private Pools mit einer üblichen Größe wie 8 m x 4 m x 1,5 m genehmigungsfrei sind, denn dies entspräche einem Volumen von 48 m³. Eine Baugenehmigung wäre somit nicht einzuholen.

Achtung: Dass ein Pool bewilligungsfrei ist, bedeutet allerdings nicht, dass Sie bauen dürfen, wie und was Sie möchten. Stattdessen müssen Sie den Bau dennoch im Vorfeld dem Bauamt anzuzeigen und auch die Fertigstellung ist in aller Regel mitzuteilen (Baufertigmeldung).

Teilweise bereits ab 50 m³, in jedem Fall jedoch ab einem Volumen von 100 m³, benötigen Sie für Ihr Schwimmbad eine Baugenehmigung, ähnlich wie beim Bau eines Hauses. Stellen Sie am besten eine Bauvoranfrage. Das zuständige Bauamt wird Ihnen mitteilen, welche Unterlagen und Pläne Sie einreichen müssen. Rechnen Sie mit einem gewissen zeitlichen Vorlauf, denn es kann eine Weile dauern, bis die Baugenehmigung erteilt wird.

Tipp: Wurde die Baugenehmigung von der Baubehörde ausgestellt, sollten Sie zügig tätig werden. Sie verfällt nämlich bereits nach drei Jahren wieder.

Niemals ohne Baugenehmigung oder Bewilligung: Hohes Risiko

Sie sollten Ihren Pool nicht bauen, ohne vorab die entsprechende Genehmigung einzuholen, auch wenn es verlockend erscheint. Erfolgt, während des Baus eine Kontrolle durch die Baubehörde, kann diese die Baustelle nicht nur einstellen, sondern sogar den Abriss bzw. Rückbau der bereits umgesetzten Arbeiten durchsetzen. Zudem sind auch finanzielle Strafen möglich.

Der Abstand zum Nachbarn: Vorschriften beim Poolbau

Wie weit muss der Pool vom Grundstück des Nachbarn entfernt sein? Diese Frage muss immer individuell betrachtet werden, weil hierzu jedes Bundesland eigene Regeln aufgestellt hat. In Hessen beispielsweise muss ein Abstand von mindestens 3 Metern zur Nachbargrenze erreicht werden. Nähere Informationen hierzu finden Sie in den Bauordnungen der jeweiligen Länder. Außerdem erteilt das zuständige Bauamt Informationen zum notwendigen Abstand, entweder auf Anfrage oder ohnehin im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens.

Sicherungspflicht: Sicherheit sicherstellen

In Deutschland sind Sie als Poolbesitzer verpflichtet, Ihren Pool so abzusichern, dass niemand versehentlich hineinfallen kann. Stellen Sie sich vor, das Nachbarskind entdeckt den ungeschützten Pool und es kommt zu einem Unfall. Die Haftung liegt in diesem Fall beim Besitzer des Schwimmbads, obwohl das Kind keine Erlaubnis hatte, das Bad zu benutzen. Die Eltern sind nur dann in der Haftung, wenn sie ihre Aufsichtspflicht schuldhaft verletzt haben.

Kommen Sie daher unbedingt Ihrer Sicherungspflicht nach, um Unfälle zu vermeiden. Adäquate Lösungen können beispielsweise sein:

•             eine geschlossene Poolabdeckung (Sicherheitsabdeckung, beispielsweise eine Solarfolie)

•             ein ausreichend hoher Sicherheitszaun

•             eine geschlossene Überdachung oder Schiebehalle

•             eine Alarmanlage (Pool-Alarm)

Viele dieser Lösungen bringen zusätzliche Vorteile mit sich (z. B. Verlängerung der Badesaison, geringere Heizkosten, weniger Verschmutzungen durch eine Überdachung). Machen Sie sich deshalb am besten bereits vor dem Bau Gedanken darüber, wie Sie Ihren Pool ausreichend gut absichern können, damit auch nach dem Bau des Pools alle Vorschriften umgesetzt sind.