Die richtige Wasserpflege im eigenen Pool

Der eigene Pool ist eine Bereicherung für die gesamte Familie und alle, die ihn nutzen können. Damit die anfängliche Freude jedoch nicht plötzlich durch Verschmutzungen und Verunreinigungen getrübt wird, ist eine professionelle und vor allem regelmäßige Wasserpflege notwendig. Doch bedeutet das keineswegs, das Sie für Ihren Pool auf einen Fachmann zurückgreifen müssen. Wir helfen Ihnen vielmehr, selbst zum Fachmann für die richtige Wasserpflege zu werden! Im Folgenden finden Sie alle Informationen, die sie in die Lage versetzen, Ihren Pool selbst zu pflegen!

Ein gutes Filtersystem lässt sich nicht ersetzen

Nur sauberes Wasser in einen Pool einzufüllen reicht nicht aus. Schnell sammeln sich organische Bestandteile im Wasser wie Hautschuppen, Blätter oder Insekten. Per Hand und Käscher können Sie die nötige Reinigungsleistung nicht erbringen. Deswegen gehört zu jedem Pool eine ausreichend dimensionierte Filteranlage, die die regelmäßige Wasserfilterung bewerkstelligt.

Lassen Sie sich zur Auswahl der richtig dimensionierten Poolpumpe und Filteranlage anfangs ausführlich beraten, denn hier müssen zahlreiche Faktoren zur Ermittlung der richtigen Pumpengröße berücksichtigt werden, wie Größe, Poolinhalt und Nutzungsintensität des Pools. Aber auch, ob in der Umgebung des Pools Bäume stehen, die zum vermehrten Eintrag von Blättern beitragen, muss berücksichtigt werden. Eine Umschichtung sollte bei Temperaturen rund um 25°C 1-2 Mal pro Tag stattfinden. Gegenüberliegende Ansaug- und Rückführdüsen können diesen Prozess begünstigen.

Bei der Wahl der Art der Filteranlage sollten Sie auch langfristig denken und Filterleistung gegen Anschaffungs- und Wartungspreis aufwiegen, sowie den Wartungsaufwand bedenken. Wir empfehlen in der Regel, auf Sandfilteranlagen zurückzugreifen. Diese kombinieren sehr gute Filterleistungen mit vergleichsweise geringen Kosten in Anschaffung und Wartung. Die Anlage wird einfach durch eine Umkehrung der Fließrichtung wieder von den gefilterten Stoffen befreit, die infolge in den Abwasserkanal geleitet werden.

Ähnlich funktionieren beispielsweise Kieselgurfilter, die Kieselalgenschalen anstelle von Sand einsetzen und noch feinere Schwebstoffe abfiltern können. Das schlägt sich aber auch im Preis nieder. Sandfilteranlagen erreichen indes mithilfe von Flockungsmitteln, die kleinere Schwebstoffe in größeren Flocken binden, sehr ähnliche Ergebnisse bei deutlich geringeren Kosten.

Das Rückgrat der gezielten Poolpflege: PH-Wert Regulierung

Wenn das Filtersystem steht ist viel erreicht, die Poolpflege wird dadurch aber nicht vollständig automatisiert. Sowohl den pH Wert des Wassers als auch den Chlorgehalt sollten Poolbesitzer deshalb mithilfe von Wassertestern stets im Auge behalten. Es muss gegebenenfalls gezielt und in der richtigen Dosis Veränderungen des PH-Werts oder der Bildung von Bakterien und Pilzen entgegengewirkt werden.

Dass der pH Wert des Poolwassers und die Effektivität des Chlors miteinander zusammenhängen, wissen anfangs nur die wenigsten Poolbesitzer. Es ist deshalb wichtig zu wissen, dass Chlorprodukte nur dann wirklich zuverlässig wirken können, wenn das Wasser im Pool einem bestimmten pH Wert entspricht. Der optimale Wert bewegt sich dabei in einem Bereich zwischen 7,2 und 7,4. Liegt der pH Wert darunter, kann es außerdem zu Korrosion kommen. Liegt er darüber, so lagert sich schnell Kalk ab. Eine Einstellung des pH Wertes kann mit pH-Senkern oder pH-Hebern, vorgenommen werden. Beachten Sie, dass Sie nach der Chlorung des Wassers 12 Stunden warten müssen, ehe Sie den pH Wert bestimmen und entsprechend einzustellen versuchen.

Wenn Sie über eine gute Filteranlage mit Flockungsmittel verfügen und den PH Wert des Wassers im Griff haben, können Sie die Chlorung auf ein Mindestmaß beschränken.

Desinfektion des Wassers: So gehen Sie gegen Bakterien und Pilze vor

Nur wenige Poolbesitzer wollen in kaltem Wasser baden. Ab 20°C Wassertemperatur fühlen sich aber nicht nur Menschen, sondern auch die ungebetenen Gäste im Badewasser wohl. Bakterien und Pilze vermehren sich bei solchen Wassertemperaturen besonders gut. Nicht immer geht damit eine Gesundheitsgefährdung einher, aber Verfärbungen im Wasser oder schleimige Ablagerungen an den Poolwänden schränken das Badevergnügen mit Sicherheit ein.

Wenn Sie zur Desinfektion des Wassers auf die weitverbreitete Methode der Chlorung zurückgreifen wollen, führen Sie zu Beginn eine sogenannte Stoßchlorung durch. In dieser Phase darf der Chlorgehalt im Poolwasser bis zu 3 Milligramm betragen. Im dauerhaften Poolbetrieb können Sie sich zwischen verschiedenen Varianten zur Chlorierung entscheiden. So gibt es langsamlösliche Chlortabletten, die den Wirkstoff kontinuierlich an das Wasser abgeben oder schnelllösliches Chlor, das regelmäßig dosiert werden muss.

Im Betrieb ist ein Chlorgehalt von 0,3 bis 0,6 Milligramm zu empfehlen. Entscheidend hierfür sind auch die Angaben, die der Poolhersteller macht. An diese sollten sich Poolbesitzer unbedingt halten. Getestet werden sollte der Chlorgehalt regelmäßig mit einem Wassertester und Indikator-Tabletten.

Wer im chlorierten Wasser Probleme mit seinen Augen bekommt oder den Geruch nicht mag, wünscht sich vielleicht eine natürliche Alternative zu Chlor. Zur Verfügung steht dann beispielsweise Aktivsauerstoff, den Sie als Tabletten, Granulat oder in flüssiger Form erhalten können. Beim Einsatz von Aktivsauerstoff sollte das Badewasser allerdings nicht über 25°C betragen und eine Stoßchlorung ist nach wie vor auch bei dieser Variante empfehlenswert.

Sollten Sie trotz ausreichender Chlorung und Filterung noch mit Algen zu kämpfen haben, sollten Sie zusätzlich auf ein Algizit zurückgreifen. Dieses gibt es auch in Kombination mit Chlortabletten, was die Handhabung erleichtert. Durch die korrekte Chlorung und eine Licht-undurchlässige Abdeckplane sollten Algen allerdings bereits gut in den Griff zu bekommen sein.

Manuelle Poolpfleg: Hier müssen Sie selbst Hand anlegen

Auch mit der besten Filterlösung und einer angemessenen Chlorung des Poolwassers können Sie Ihr Becken allerdings nicht dauerhaft vor Verschmutzungen zu schützen. Es ist daher erforderlich, den Boden des Beckens einmal pro Woche mit einem Sauger zu reinigen.

Mit einem feinen Kescher können zuvor Blätter und andere Verunreinigungen von der Wasseroberfläche entfernt werden. Die Absaugung des Beckenbodens sollte am gleichen Tag, wie die Rückspülung des Sandfilters, stattfinden. Auch Skimmersieb und Pool Filterpumpe werden im Idealfall zwei bis drei Mal wöchentlich gereinigt.

Saisonabhängige Reinigungsmaßnahmen

Im Frühjahr und Herbst sollten Sie an Ihrem Pool besondere Pflegemaßnahmen durchführen. Welche das sind und was es zu beachten gilt, haben wir an anderer Stelle für Sie zusammengefasst. Beachten Sie auch unsere Artikel zur Auswinterung des Pools und unsere Anleitung, wie Sie Ihren Pool winterfest machen können.