Algen im Pool – Was Besitzer tun können

Algenbefall im Pool ist für Schwimmbadbesitzer lästig: Denn wenn das Wasser nach einem besonders warmen Tag oder einem Gewitter plötzlich grün und glitschig wird oder sich Algen nach der Wintersaison am Becken abgesetzt haben, ist die Aussicht auf ein erfrischendes und angenehmes Bad erstmal dahin. Warum sich die pflanzlichen Organismen überhaupt ausbreiten, welche Risikofaktoren es für ihr Wachstum gibt und was Sie bei akutem Befall sowie prophylaktisch tun können, lesen Sie hier. Denn keine Sorge: Mit der richtigen Herangehensweise und den korrekten Handgriffen bekommen Sie das Problem schnell wieder in den Griff und das Wasser kristallklar.

Algen: Wichtige Lebensgrundlage – nur im Pool unerwünscht

Die ein- und mehrzelligen Pflanzen kommen in aquatischen Lebensräumen und teils auch an Land vor. Sie gehören zu den ältesten Organismen der Erde und sind einer der Hauptlieferanten für den Sauerstoff – jedes zweite Sauerstoffmolekül stammt aus der Photosynthese der Algen. Für Wissenschaftler sind sie ein eigenes interessantes Fachgebiet, einige Unternehmer sehen sie als Rohstoff der Zukunft und auch im Kampf gegen den Klimawandel bieten sie großes Potenzial. Im heimischen Schwimmbad sind sie allerdings unerwünscht. Sie machen das Poolwasser nicht nur unansehnlich und verfärben es grün, sie bieten zudem einen idealen Nährboden für Bakterien und Krankheitserreger.

Wie gelangen Algen ins Poolwasser?

Algen wachsen überall dort, wo sie ein ausreichend feuchtes und warmes Klima vorfinden – wie Ihrem Schwimmbad. Einige Arten überleben die Sterilisation im Wasserwerk, andere werden von Vögeln via Gefieder sowie Kot ins Poolwasser gebracht. Auch Sie selbst können für eine Kontamination verantwortlich sein: Einmal barfuß über den Rasen gelaufen und schon sind sie im Wasser.

Von den insgesamt über 10.000 existierenden Algenarten können sich rund 500 verschiedene im Pool bilden. Selbst langjährige Schwimmbadbesitzer werden dabei von den sich optisch stark unterscheidenden Gewächsen verdutzt oder überrascht. Häufig werden Sie allerdings einige dieser Genossen antreffen:

  • Grünalgen (Chlorophyta, ca. 7.000 Arten)
  • Braunalgen (Phaeophyta, ca. 1.500 Arten)
  • Rotalgen (Rhodophyta)
  • Goldalgen (Chrysophyta)
  • Gelbgrüne Algen (Xanthophyceae)
  • Kieselalgen (Bacillariophyta, auch Diatomeen)
  • Schlundgeißler (Cryptista)

Selbst, wenn nur einige der Algen im Gewässer landen, kann der Befall rasch wachsen, da aufgrund der Wärme, Feuchte und dem Licht am Pool ideale Lebensbedingungen vorherrschen. Bereits nach kurzer Zeit kann das Wasser umschlagen, schleimig werden und anfangen, unangenehm zu riechen.

Meist ist der Auslöser für verfärbtes Poolwasser oder Algenbefall an den Beckenwänden eine mangelnde Poolpflege, wie beispielsweise bei Abwesenheit. Wer hier nicht am Ball bleibt und mit den passenden Pflegemitteln für das notwendige Gleichgewicht der Wasserqualität sorgt, kann schnell betroffen sein. Doch selbst, wenn es einmal passiert ist, können Sie mit einigen Schritten und den richtigen Behandlungsmaßnahmen das Wasser wieder algenfrei und klar bekommen.

Verfärbung bei Gewitter: Nach einem Gewitter kann sich das Poolwasser in kürzester Zeit grün verfärben, da aufgrund der Ionisierung der Luft die Wachstumsbedingungen von Algen noch verbessert werden.

Effektive Behandlung gegen grünes Wasser und Algen in sieben Schritten

Egal, ob nach der Winterpause oder einem Urlaub: Wenn sich Algen bereits sichtbar am Schwimmbad festgesetzt haben, werden Sie diese mit folgenden Schritten wieder los. Dann kann das Schwimmvergnügen schnell wieder fortgesetzt werden.

  1. Lösen Sie die festgesetzten Algen an Wasserkante, Poolwand und -boden mit einer Beckenbürste. Lassen Sie dabei das Wasser zirkulieren, damit sich die Algen mit dem übrigen Poolwasser vermischen. Gehen Sie sorgfältig vor, damit kein Schlammrest übrigbleibt.
  2. Testen Sie den pH-Wert mit einem Teststäbchen oder Wasser-Testgerät und bringen Sie diesen mit den entsprechenden Behandlungsmitteln auf den Optimalwert (zwischen 7,0 und 7,4).
  3. Anschließend führen Sie eine Stoßchlorung durch, da die Präparate nur nach der korrekten Einstellung des pH-Werts ihre volle Wirkung entfalten können. Richten Sie sich nach den Herstellerangaben, da zu viel Chlor gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Für die schnelle Chlorung empfiehlt sich Chlorgranulat oder ein Chlordosierer.
  4. Schalten Sie die Filterpumpe an und lassen Sie das Wasser für einige Stunden umwälzen.
  5. Im nächsten Schritt reichern Sie das Wasser mit einem Algizid (Dosierung nach Herstellerangaben), auch Algenmittel oder Algenvernichter, über den Skimmer an. Diese enthalten N-Methylananamin oder Benzalkoniumchlorid, welche effektiv Algen bekämpfen. Dieser Schritt ist wichtig, da Algen durchaus intelligente Organismen sind, die gegen Chlor resistent werden können – Chlor alleine ist also kein Heilsbringer.
  6. Im Anschluss werden die Algen über die Sandfilteranlage ausgefiltert. Da sich Reste am Poolzubehör befinden können, sollten Sie anschließend dieses reinigen, damit es nicht zu einem erneuten Befall kommt. Gleiches gilt für den Skimmer, bei dem der Filter rückgespült oder direkt ausgetauscht werden sollte, sodass er nicht zur neuen Brutstätte wird.
  7. Am Ende saugen Sie die abgetöteten Algen, die nun auf den Boden herabgesunken sind, mit einem manuellen Bodenreiniger oder halbautomatischen Bodenabsauger ab.

Lassen Sie die Filterpumpe weiterhin laufen und überprüfen Sie den Status der Wasserqualität und der Schwimmbadwände zwei Tage später.

Falls sich noch Algen vorfinden lassen, einfach die Schritte wiederholen und die chemische Behandlung wirken lassen. Wenn sich nur das Wasser grün verfärbt hat und sich noch keine Algen abgelagert haben, reicht in vielen Fällen auch nur der Teil der chemischen Behandlung des Poolwassers.

Bei einem hartnäckigen Algenbefall oder resistenteren Arten können Sie auch eine Salzwasserelektrolyse nutzen. Hier wird dem Poolwasser Kochsalz zugegeben und anschließend mit einem Hydrolyse-Gerät kontinuierlich entkeimt. Helfen weder Schock- und Dauerchlorung, Algizide noch Salzwasserelektrolyse, so ist es ratsam, das Wasser vollständig abzupumpen und das Schwimmbecken sowie alle Einbauteile, Schläuche, Rohre, Leitern und Co. einzeln gründlich zu reinigen. Sobald alle sichtbaren Algen entfernt sind, einen hochkonzentrierten Algenverhüter auftragen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen verfärbtes Poolwasser

Damit sich diese Maßnahmen in Zukunft vermeiden lassen, sollten Sie dafür sorgen, dass sich im Pool nur schwierige Lebensbedingungen für Algen vorfinden lassen. Besonders wichtig ist hier immer der korrekte pH-Wert, da die Phosphatwerte einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensfähigkeit der Algen haben – so sind die Phosphate die Nahrungsquelle der kleinen Organismen.

Algizid als Algenverhüter ist zudem als Vorbeugemaßnahme gegen grünes Poolwasser erhältlich. Achten Sie hier auf das richtige Mittel und die korrekte Konzentration, da Algizide nicht ungefährlich sind, da sie giftig sein und/oder eine ätzende Wirkung haben können.

Bei Nichtbenutzung, wie beispielsweise während eines Urlaubs, sollten Sie den Pool lichtundurchlässig abdecken, um die Photosynthese und somit die Algenbildung zu unterbinden. Das kann eine PEB-Abdeckplane sein oder auch eine farbige Solarfolie, die zusätzlich den Wärmeverlust minimiert. Für beide genannten Produkte finden Sie in unserem Poolshop eine vielfältige Auswahl!

Für eine Übersicht über alle Maßnahmen, die über das Jahr bei der Pool- und Wasserpflege anfallen, empfehlen wir Ihnen unseren Pflegekalender für das Schwimmbecken. So haben Sie immer einen Überblick und können bei dem Kampf gegen Veralgung stets am Ball bleiben. Dann steht einem sauberen Pool mit kristallklarem Wasser nichts mehr im Wege.